Projekt

Im Unterengadin hat das Halten von Schafen eine lange Tradition, in Ardez leben mehr Schafe als Menschen. Auf etwas über 400 Einwohner kommen rund 600 Schafe. Während das Lammfleisch einen guten Absatz findet, sieht es für die Wolle  anders aus.

Das Ziel der Butia da besch ist es, den wertvollen Rohstoff der einheimischen Schafwolle zu schönen Produkten zu verarbeiten und zu verkaufen, sowie den beteiligten Frauen einen willkommenen Zusatzverdienst zu ermöglichen. Die Wolle wird nach der Schur in einem ersten Schritt in der Wollspinnerei Vetsch im Prättigau gewaschen und gekardet. Daraus werden dann von den rund zehn Mitarbeiterinnen der Butia da besch Schafwoll-Duvets und Kissen genäht, es wird gefilzt, gestrickt und gewoben. Fachwissen rund um die Schafwolle geht dadurch nicht verloren und wird auch weiterentwickelt.

Die vielseitigen Produkte werden im Herzen von Ardez in einem Ladenlokal verkauft, und je nach Wochentag wird während den Öffnungszeiten am Webstuhl gearbeitet, am grossen Tisch werden Duvets genäht oder es wird gestrickt und gefilzt. So können Besucher miterleben, wie ein Produkt aus Schafwolle entsteht. Die Butia da besch ist auch ein Ort für Begegunungen und Austausch zwischen Einheimischen und Gästen geworden, was gegenseitig geschätzt wird. Um neue Produkte zu entwerfen, werden auch Fachkräfte ausserhalb des Tales beigezogen. So entwickelte zum Beispiel die Butia da besch in Zusammenarbeit mit der Textildesignerin C. Binder aus Zürich eine sportlich-elegante Jacke aus einem eigens dafür hergestellten Strickstoff aus Schweizer Schafwolle und Merinowolle.  

Die Butia da besch wurde im Sommer  2009 eröffnet, mit Hilfe einer kleinen finanzieller Unterstützung der Schweizer Berghilfe. Dass dieses Projekt auch in wirtschaflticher Sicht Vorbildcharakter hat, zeigt die Nominierung für den Prix Montagne 2013.

Die Butia da besch bereichert das Dorfleben, trägt dazu bei, die Wertschöpfung der Schafwolle im Tal zu behalten und authentisches Kunsthandwerk rund um die Schafwolle zu zeigen.